Welches Holz eignet sich am besten als Sichtschutz im Garten?

Welches Holz eignet sich am besten als Sichtschutz im Garten?

14. Juli 2023 Aus Von chrissi

Aufgrund seines natürlichen ästhetischen Aussehens wird der Sichtschutz aus Holz oft gegenüber Alternativen aus Aluminium, Metall, WPC, Beton oder Kunststoff bevorzugt. Jedoch sind nicht alle Arten gleich und resistent gegenüber den verschiedenen Wetterbedingungen sowie Umwelteinflüssen. Welches Holz für Ihren Sichtschutz am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die im folgenden Artikel näher erläutert werden.

Welche Faktoren spielen bei der Wahl des Holzes eine wichtige Rolle?

Holz ist ein „lebendiger Baustoff“ und unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von „toten Baustoffen“ wie Beton. Das bedeutet, dass es auch dann noch funktioniert, wenn der Baum bereits gefällt wurde und sich im schlimmsten Fall sogar verformen kann. Es nimmt auch Wasser aus der Luft auf und gibt es wieder ab (hygroskopische Eigenschaft). Darüber hinaus finden Schädlinge im Holz oft ein neues Zuhause und fühlen sich bei einem Feuchtigkeitsgehalt von über 20 % besonders wohl.

Verfärbungen, Verformungen und die Gefahr des Berstens können bei einigen Holzarten nicht ausgeschlossen werden. Fälschlicherweise werden diese Veränderungen oft mit einem Materialfehler verwechselt. Dies ist jedoch lediglich auf die Eigenschaften des Holzes zurückzuführen.

Die Holzart für einen Sichtschutz sollte vorzugsweise folgende Kriterien erfüllen:

  • Hohe Haltbarkeit: Es handelt sich hierbei um die Widerstandsfähigkeit des Holzes gegen holzzerstörende Organismen. Sie wird in der Norm DIN EN 350-2 definiert. Die Dauerhaftigkeitsklassen reichen von 1 bis 5, wobei 1 die höchste Haltbarkeit aufweist.
  • Niedriger Feuchtigkeitsgehalt: Das Holz muss sehr langsam und schonend getrocknet werden, um einen Feuchtigkeitsgehalt von maximal 15 % zu erreichen.
  • Hoher Gehalt an Eigenfett: Das Fett sorgt dafür, dass das Holz weniger spröde wird und die Splitterbildung reduziert wird.
  • Geringe chemische Behandlung: Umweltfreundliche Imprägnierungen und Holzschutzmittel sind sowohl umwelt- als auch gesundheitsschonend.
  • Hohe Formstabilität: Hochwertige Sichtschutzzäune aus formstabilen Holzarten weisen ein geringes Quell- und Schwindverhalten auf.

 

Die verschiedenen Holzarten

 

Weichhölzer

Lärche
Lärche erfreut sich bei der Verwendung als Sichtschutz aus mehreren Gründen großer Beliebtheit. Sie ist im Vergleich zu anderen Weichhölzern robust und langlebig, zeichnet sich durch ihre ästhetischen Qualitäten aus und bietet einen hohen Harzgehalt, sodass dieses Holz nicht zusätzlich imprägniert werden muss. Infolgedessen wird es einer höheren Preisklasse zugeordnet. Egal wie langlebig und robust Lärchenholz sein mag, es neigt nach einer gewissen Zeit dazu, Risse zu bekommen.

Fichte und Kiefer
Die Vorteile von Fichten- und Kiefernholz sind eine gute Verfügbarkeit, eine Vielzahl unterschiedlicher Profile und ein geringerer Anschaffungspreis. Jedoch bietet Ihnen diese geringere Anfangsinvestition auch nur eine kurze Lebensdauer. Nichtsdestotrotz können diese Hölzer tiefimprägniert werden und sind anschließend in der Lage, hoher Feuchtigkeit zu widerstehen. Allerdings haben sie nicht die natürlichen Harze, die für Lärchen charakteristisch sind, sodass Insekten und ähnliche Schädlinge diese Hölzer bevorzugen. Unbehandeltes Fichten- und Kiefernholz gehört beispielsweise zur 4. Haltbarkeitsklasse, was 5 bis 10 Jahre im Freien bedeuten. Infolgedessen wird es relativ schnell reißen und faulen.

Douglasie
Auch die Douglasie ist eine beliebte Wahl, da sie erschwinglich ist und gute Eigenschaften besitzt. Sie ist widerstandsfähiger als die Kiefer und verfügt auch über eine höhere Dichte. Wie viele andere Nadelhölzer muss auch Douglasie behandelt werden, um Feuchtigkeit bestmöglich zu widerstehen. Die durchschnittliche Lebensdauer wird auf 10 bis 15 Jahre geschätzt.

Harthölzer

Eiche
Die ständig steigende Nachfrage nach schönem, fäulnis- und verrottungsbeständigem Holz spielt den Harthölzern in die Hände. Wenn Sie ein Fan von heimischen Arten sind, ist Eiche eine hervorragende Wahl. Sie ist im Vergleich zu Nadelhölzern um ein Vielfaches langlebiger (sie rangiert in der 2. Klasse der Dauerhaftigkeit, 15 bis 25 Jahre im Freien) und übertrifft sie auch in puncto Aussehen.

Teak
Teak eignet sich aufgrund seiner Eigenschaften wie einer hohen Dichte (dieses Material ist so dicht, dass es kein Wasser aufnimmt), Härte und Festigkeit perfekt für den Außenbereich. Wenn Sie dieses Holz wählen, können Sie sich über seine Langlebigkeit und den minimalen Pflegeaufwand freuen. Der einzige Nachteil ist der hohe Preis, zumal es einer der teuersten Art ist.

Viele Menschen waren in den letzten Jahren skeptisch gegenüber dem Kauf von tropischem Holz, da viele Regenwälder für die Herstellung verschiedener Outdoor-Elemente gelitten haben. Daher ist es unerlässlich, beim Kauf darauf zu achten, dass es aus Plantagenanbau stammt und das FSC-Label trägt. Hierbei handelt es sich um ein Kennzeichnungssystem, das vorschreibt, dass die Forstwirtschaft nicht zur Abholzung von Wäldern führt und dass der Holzschlag kontrolliert erfolgt.

 

Verschiedene Behandlungen von Holz

 

Kesseldruckimprägnierung
Im Gegensatz zur Tränkung in Imprägnierlösungen wird in diesem Fall das Holz in Druckausgleichsbehälter gelegt, wo der Druck reduziert wird. Das entstehende Vakuum saugt nun die Luft aus den Holzzellen. Anschließend wir die Kammer mit einem Imprägniermittel gefüllt. Der hydrostatische Druck zwingt die Lösung, tief in die Holzstruktur einzudringen. Durch das Vakuum werden alle Reste des Imprägniermittels an der Holzoberfläche entfernt. Der im Inneren des Holzes verbleibende Unterdruck zieht die Lösung aus den Oberflächenschichten und lässt sie noch tiefer eindringen. Nach diesem Vorgang ist das Imprägniermittel tief in die Struktur des Holzes eingebettet und lässt sich praktisch nicht mehr entfernen.

Thermoholz
Thermoholz wird, wie der Name schon sagt, wärmebehandelt (etwa 200 Grad Celsius). Dadurch ist es widerstandsfähig gegen Schimmel, Fäulnis und Verformungen durch geringe Feuchtigkeit. Das wärmebehandelte Holz hält auch ohne jährliches Ölen bis zu 20 Jahre.

 

Fazit

Es gibt nicht die eine richtige Antwort auf die Frage, welche Holzart Sie für Ihren Sichtschutz wählen sollten. Jedoch ist es ratsam, zwei Aspekte zu berücksichtigen: wie viel Geld Sie ausgeben wollen (Lärche und Eiche sind kostspielig) und wie viel Zeit Sie für die jährliche Pflege investieren können (Kiefer oder Fichte sollten häufiger gewartet werden). Tropisches Holz ist in puncto Langlebigkeit natürlich unübertrefflich, sollte aber unbedingt aus zertifiziertem Anbau stammen. Wer seinen Sichtschutz aus heimischen Baumarten bevorzugt, greift zu Eiche, Lärche oder Douglasie. Speziell modifizierte Hölzer wie Thermoholz haben dank spezieller Verfahren fast die gleiche Langlebigkeit wie ein Sichtschutz aus tropischem Holz.

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